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Diese Kondom-Werbung erzürnt ganz Norwegen

Diese Kondom-Werbung erzürnt ganz Norwegen

Die japanische Supermarktkette 7-Eleven bringt derzeit ganz Norwegen gegen sich auf. Der Grund: Eine Kondomwerbung thematisiert auf ziemlich uncharmante Weise die Geschlechtskrankheiten der Einwohner.

Mit einer Werbekampagne für Kondome sorgt derzeit die japanische Supermarktkette 7-Eleven in Norwegen für großes Aufsehen: Plakate stellen das skandinavische Königreich als "Land der Chlamydien" zur Schau. Ziemlich dreist, wie die norwegische Tourismusbehörde und die Einheimischen finden.

Das Werbevideo der Kampagne zeigt die wunderschöne, idyllische Landschaft mit glitzernden Fjorden, Sonnenuntergängen und schneebedeckten Berggipfeln. Vor dem malerischen Bergpanorama gibt sich ein Paar einen Kuss. Untermalt wird die romantische Stimmung des Videos durch Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite.

Norweger sind empört über Werbekampagne

Bis dahin wirkt der Clip wie ein perfekt inszenierter Werbefilm für Norwegen – wäre da nicht die plötzliche Pointe, die dem Video einen ganz anderen Sinn verleiht. Denn diese behandelt das in Norwegen ziemlich heikle Thema Chlamydien. Auch Werbeplakate, die im Osloer Hauptbahnhof und der stark frequentierten Bahnstation am Flughafen hängen, machen auf das Thema aufmerksam. "Schütze dich vor den Einheimischen. Kaufe deine Kondome bei 7-Eleven", steht auf den Plakaten, auf denen eine Frau und ein Mann in norwegischer Landestracht vor der prächtigen Bergkulisse posieren.

Tatsache ist, dass Norwegen eine der höchsten Raten an Chlamydienerkranungen in Europa aufweist. 7-Eleven möchte mit der Werbekampagne Touristen vor einer möglichen Ansteckung beim Geschlechtsakt warnen. Doch damit trifft die Supermarktkette bei der norwegischen Tourismusbehörde und den Einheimischen einen wunden Punkt. Sie zeigen sich stocksauer und reagieren wütend auf die aus ihrer Sicht unverschämte Werbung.

"Keine gute Werbung für Norwegen"

"Das schafft eine Vorstellung von Norwegen als ein Land von groben, ungesitteten, von Sex besessenen Menschen. Das ist keine gute Werbung für Norwegen, und als Charakterisierung von Norwegen und der Norweger ist das einfach eine Katastrophe", erklärt ein Vertreter des Tourismusrats "Visit Norway" gegenüber der Zeitung "Dagbladet".

Dennoch ist der japanischen Supermarktkette mit der Werbekampagne ein Marketing-Coup gelungen, wenn auch ein recht fragwürdiger. Im Netz ist der Werbeclip bereits viral gegangen und hat somit nicht nur die Aufmerksamkeit norwegischer Touristen erreicht. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die norwegische Tourismusbehörde auf die Kampagne reagieren wird.

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Autor: Carola Hoffmann