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Warum bekommen Männer eine Glatze?

Warum bekommen Männer eine Glatze?

Für viele Männer ist sie der reine Alptraum: die Alopecia androgenetica. Der Haarausfall, der letzten Endes zur Glatze führt. 80 % aller Männer sind davon betroffen, die einen früher, die anderen später. Und so wird dünner werdendes Haar mit den verschiedensten Shampoos und Tinkturen bekämpft – doch nützen tut das alles nur der Beauty-Industrie, die daran verdient. Der Haarausfall schreitet trotz allem unaufhaltsam voran. Auch Prävention durch Ernährung oder bestimmte Haarpflegeprodukte ist nicht möglich. Der einzige Trost: man ist in guter Gesellschaft, denn auch Stars und Royals bleibt die Glatze nicht erspart. Doch woran liegt es, dass so viele Männer eine Glatze bekommen, während die meisten Frauen lediglich über dünner werdendes Haar klagen?

Wer ist schuld? Gene oder Hormone?

Oft wird die Schuld für die Glatze dem Vater zugeschoben. Hat er eine Glatze, bekommt der Sohn auch eine. Ist Haarausfall also erblich? Leider ja. Grund für den Haarausfall ist das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Es schwächt die Haarfollikel, sodass die einzelnen Haare nicht mehr ausreichend versorgt werden und letztlich ausfallen. Aktuellen Studien zufolge sind auch die Hormone DHT – ein Folgeprodukt von Testosteron - und Prostaglandin D2 bei Männern für den Haarausfall mitverantwortlich.

Ob die Haarfollikel empfindlich auf DHT und Co. reagieren, ist eine Frage der Veranlagung – und die wird von den Genen bestimmt und damit vererbt. Wer also bereits in frühen Jahren mit Haarausfall kämpft, kann sich dafür bei seinem Vater bedanken. Sehen Sie sich den Kopf Ihres Vaters und Ihres Großvaters an: so sieht Ihre Zukunft aus. Grund zur Verzweiflung ist das nicht, denn eine Glatze kann Männer so richtig sexy machen – vorausgesetzt, sie wird mit Stolz und Selbstbewusstsein getragen.

Übrigens: wer oft eine enge Mütze trägt oder seine Haare zu einem engen Zopf oder Knoten („Man-Bun“) zusammenbindet, schädigt damit die Haarwurzeln und beschleunigt den Haarausfall.

Eindeutige Vorteile der Glatze

Wer unter seinem Haarausfall leidet, den heitert vielleicht folgende US-Studie aus dem Jahr 2012 auf. Forscher um Albert E. Mannes zeigten ihren Probanden 59 Bilder von Männern mit und ohne Glatze. Dabei stellte sich heraus, dass alle Probanden die Männer ohne Haupthaar als maskuliner, selbstbewusster, stärker und dominanter einschätzten als die Männer mit vollem Haar. Negativ wurde dagegen der typische Haarkranz am Hinterkopf eingeschätzt, der die Männer schwächer und weniger attraktiv erscheinen ließ. Wer auf halbem Weg zur Glatze ist, sollte also lieber über einen Radikalschnitt nachdenken und sich auch vom Rest des Haupthaars trennen als die übrig gebliebenen Zentimeter krampfhaft zu erhalten.

Auch Frauen sind betroffen

In den meisten Fällen sind es Männer, die von der Glatzenbildung betroffen sind. Doch auch Frauen können unter hormonbedingtem, vermehrtem Haarausfall leiden. Steigt der Testosteronspiegel an – zum Beispiel in den Wechseljahren -  lichtet sich das Haar im Bereich um den Scheitel herum deutlich. Hier können Tinkturen, die das Wachstum der Haarfollikel stimulieren, helfen. Aber auch bei Frauen gilt: was weg ist, ist weg. Sind die Haarwurzeln einmal geschädigt, kann man sie nicht mehr reparieren. Tinkturen vom Hautarzt oder aus der Apotheke können lediglich den Verlauf des Haarausfalls deutlich verlangsamen – und das ist ja auch schon mal was.

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Autor: Elke Liermann