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Tag des Bikinis: Der Bade-Zweiteiler wird 72

Tag des Bikinis: Der Bade-Zweiteiler wird 72

Der Bikini – einst als skandalöses Modestück verschrien, ist er in der Gegenwart von den Stränden dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Zum internationalen Tag des Bikinis am 5. Juli haben wir uns die Geschichte dieses besonderen Kleidungsstückes einmal genauer angeschaut.

Am 5. Juli 1946 stellt der französische Ingenieur Louis Réard die Modewelt auf den Kopf, als er der Öffentlichkeit seinen Entwurf eines neuartigen Schwimmgewands vorstellte. Zwei gepunktete Dreiecke, die mit Kordeln zu einem Oberteil verknüpft werden und zwei weitere, die für ein Unterteil miteinander verbunden sind – voilá, ein neues Kleidungsstück für Strand und Schwimmbad ist geboren. "Bikini" nannte Réard seinen Zweiteiler, nach dem gleichnamigen Bikini-Atoll im Pazifik. Doch ausgerechnet dieses kleine Stückchen Stoff verursachte in der Nachkriegszeit jede Menge Wirbel.

Erster Bikini sorgt für einen Skandal

Da sich damals angeblich kein seriöses Model dazu bereit erklärte, diesen doch recht gewagten Zweiteiler vorzuführen, soll sich Réard daraufhin dazu entschieden haben, seinen Entwurf an der Nackttänzerin Micheline Bernardini im Pariser Nobelbad Piscine Molitor zu präsentieren. Die Öffentlichkeit zeigte sich geschockt, als sie sah, welch aufreizendes Kleidungsstück der Franzose entworfen hatte. Es bedeckte nur knapp die weiblichen Reize und zeigte mehr, als so manchem in dieser Zeit lieb gewesen ist. Von vielen wurde das Stück Stoff als unmoralische Entgleisung empfunden, statt als modisches Trendteil. Doch Réard war sich dessen bewusst. "Der Bikini ist so klein, dass er alles über die Trägerin enthüllt bis auf den Geburtsnamen ihrer Mutter", soll er während der Präsentation gesagt haben.

Dennoch konnte sich der Bikini zunächst nicht durchsetzen. An vielen Badeorten in den USA, Frankreich, Italien oder Spanien wurde er sogar verboten. Und auch in Hollywoodfilmen durfte er lange Zeit nicht gezeigt werden. Selbst die legendäre Marilyn Monroe, die 1951 in einer Rüschenversion des Zweiteilers posierte, schaffte es nicht, den Bikini salonfähig zu machen. Frauen zeigten sich lieber in Badeanzügen, denn diese brachten das Schönheitsideal der damaligen Zeit (Wespentaille, runde Hüften und einen vollen Busen) optimal zur Geltung.

Moderevolution in den 60er-Jahren

Erst in den 60er-Jahren wurde der Bikini beim weiblichen Publikum beliebter: Schauspielerin Ursula Andress tauchte im James Bond-Film "James Bond jagt Dr. No" (1962) im weißen Zweiteiler mit Gürtelschnalle auf. Diese legendäre Szene läutete gleichzeitig eine "sexuelle Revolution" ein, denn auch Magazine wie "Playboy" und "Sports Illustrated" zeigten danach erstmals Models in Bikinis auf ihren Covern. Frauen passten sich dem neuen, verführerischen Rollenbild an und trugen vermehrt die knappe Bademode. Auch an den Stränden wurde der Bikini nach und nach toleriert. Seinen endgültigen Durchbruch in der Modewelt feierte er gegen Ende der 60er, als ausgefallene und vor allem knappe Mode zum Sinnbild der Selbstverwirklichung wurde.

Heute ist der Bikini aus den Ladenregalen und von den Stränden dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Die Zweiteiler gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Variationen – vom knappen Mikrokini, wie er vorwiegend in Lateinamerika getragen wird, bis hin zum verhüllenderen Burkini, wie er in der muslimischen Welt Einsatz findet.

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Autor: Carola Hoffmann