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Dos und Don’ts im Supermarkt

Fragen des Alltags

Dos und Don’ts im Supermarkt

Im Supermarkt einkaufen, das tun wir im Leben unzählige Male. Eigentlich sollten wir diese "Alltags-Disziplin" im Schlaf beherrschen, oder? Und dann ist da plötzlich doch wieder einer dieser Momente: Nach einem langen Arbeitstag steht man mit seinen Einkäufen in der Kassenschlange und hält es einfach nicht länger aus. Beherzt beißt man von der Brezel ab, die man sich eben noch am Selbstback-Automaten in den Wagen gelegt hat. Kauend schaut man sich um und fragt sich: Darf ich das eigentlich?

In diesem Artikel räumen wir mit weit verbreitetem Irrglauben auf und erklären, was beim Einkaufen erlaubt ist – und was man besser bleiben lassen sollte.

1. Mit der eigenen Tasche einkaufen

Mit einem sperrigen Einkaufswagen durch die engen Supermarkt-Gänge zu manövrieren, obwohl man nur schnell ein paar Kleinigkeiten fürs Frühstück besorgen möchte? Ziemlich umständlich! Also steckt man Milch, Butter und die Packung Tomaten einfach direkt in den mitgebrachten Beutel.

Aber ist das erlaubt? Nein, erlaubt ist das nicht. Indem Sie Dinge in Ihre Tasche stecken, führen Sie sie quasi in Ihren Besitz über – und das vor dem rechtskräftigen Erwerb.

Das Supermarkt-Personal ist nicht befugt, in Ihre Taschen zu schauen oder Sie aufzufordern, diese zu entleeren. Es muss sich also gutgläubig darauf verlassen, dass Sie wirklich alle eingesteckten Artikel beim Bezahlen auf das Band legen – oder die Polizei rufen. Beugen Sie also Missverständnissen vor, indem Sie zu einem Einkaufskorb des Supermarkts greifen oder sich einen leeren Pappkarton aus dem Regal ziehen, mit dem Sie die Waren bis zur Kasse transportieren können.

2. Betasten, Schnuppern, Probieren

Ist diese Avocado schon reif und sind die hellen Trauben ihren happigen Kilopreis wert? Viele Verbraucher prüfen Obst und Gemüse auf Herz und Nieren, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Da wird hier getastet und da probiert. Aber ist das erlaubt?

Als Faustregel gilt: Solange Ware und Verpackung dabei nicht beschädigt oder verunreinigt werden, ist es in Ordnung. Sie können sich also mit Hingabe auf die Suche nach der besten Mango und dem knackigsten Apfel begeben, solange Sie behutsam vorgehen. Ihren Geschmackssinn sollten Sie dabei jedoch nicht einsetzten, denn wer sich fröhlich durch das Obstsortiment futtert, begeht offiziell Diebstahl.

Aber wie sieht es bei Drogerie-Produkten aus? Auch hier gilt: Sind Ware und Verpackung nach Ihrer Inspizierung im selben Zustand wir vorher, ist alles im grünen Bereich. Konkret bedeutet das: Am Duschgel-Duft schnuppern ist erlaubt, Deo durch den Gang sprühen oder nicht als "Tester" gekennzeichnete Lippenstifte auftragen hingegen verboten. Denn mal ehrlich: Sie wollen doch auch kein halbvolles Deo kaufen oder zuhause feststellen, dass ihr vermeintlich neuer Lippenstift schon mal benutzt wurde, oder?

3. Etwas (versehentlich) kaputt machen

Einmal falsch gegriffen und schon ist es passiert: Die Saftflasche liegt zerbrochen neben Ihnen auf dem Boden. Doch was nun? Müssen Sie die Flasche jetzt bezahlen oder kommt der Ladeninhaber dafür auf?

Für Schäden, die Sie verursacht haben, können Sie prinzipiell haftbar gemacht werden. Aber aufgrund des starken Konkurrenzkampfes um Kunden machen die meisten Supermarktketten aus kleinen Sachschäden keine große Sache. Anders sieht es allerdings aus, wenn Sie Waren vorsätzlich beschädigen oder grob fahrlässig handeln. Klassisches Beispiel: Sie klemmen sich viel zu viele Artikel unter die Arme, statt einen Einkaufswagen zu benutzen. Kurzum: Ob Sie für Schäden zur Kasse gebeten werden oder nicht, hängt von der Situation, der Kulanz der Mitarbeiter und der Unternehmensphilosophie ab.

Tipp: In jedem Fall sollten Sie einen Verkäufer ausfindig machen und ihn freundlich auf Ihr Malheur hinweisen, statt einfach weiterzugehen, als wäre nichts gewesen.

4. Der "Ohnmachts-Happen"

Zurück zur Brezel. Alle Einkäufe liegen ordnungsgemäß in Ihrem Einkaufswagen und Sie sind auf dem Weg zur Kasse, da packt Sie plötzlich der Hunger. Kein Wunder, denn all die leckeren Lebensmittel-Abbildungen auf den Packungen regen die Speicheldrüsen mächtig an – der Duft aus dem Backshop gibt Ihnen schließlich den Rest …

Ist ja nicht so schlimm, die Flasche Wasser schon mal zu öffnen oder sich einen Happen zu gönnen. Die Kassiererin kann den Produktcode schließlich noch problemlos scannen und eine Brezel erkennt sie auch als solche, wenn ein Bissen fehlt. Richtig?

Nein! Streng genommen ist das nicht erlaubt. Wer Waren vor dem Bezahlen isst, handelt in dem Moment – trotz ehrlicher Kaufabsicht – rechtswidrig und begeht Diebstahl.

5. Mit Kleingeld bezahlen

Fast geschafft: Die Einkaufsliste ist abgearbeitet und alle Artikel sind gescannt. Die Kasse zeigt einen ziemlich ungeraden Betrag an. Der perfekte Moment, um endlich mal das ganze Kleingeld loszuwerden, das sich über Wochen in Ihrem Portemonnaie angesammelt hat. Geld ist schließlich Geld, oder?

Jaein! Sie dürfen selbstverständlich bar bezahlen und dazu gehören auch Münzen. Aber irgendwo ist auch Schluss. Nämlich genau gesagt bei 50 Münzen. Mehr Kleingeld muss das Kassenpersonal nicht akzeptieren. Tun Sie der Kassiererin und den Menschen, die hinter Ihnen in der Schlange warten also einen Gefallen und übertreiben Sie es mit den Cent-Stücken nicht. Ihre Bank tauscht Ihnen den Sparschwein-Inhalt sicherlich gerne in Scheine um.

Fazit

Auch wenn viele Dinge beim Einkaufen juristisch betrachtet verboten sind, gehen die meisten Supermärkte sehr kulant mit den größeren und kleineren Fehltritten ihrer Kunden um. Wenn Sie Ärger vermeiden und Missverständnissen vorbeugen wollen, ist es dennoch ratsam, die Rechtslage im Hinterkopf zu behalten.

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Autor: Lotte Davids