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Das passiert mit dem Gehirn, wenn man keine Kohlenhydrate mehr isst

Low-Carb-Diäten

Das passiert mit dem Gehirn, wenn man keine Kohlenhydrate mehr isst

Sie möchten abnehmen und einen flachen Bauch bekommen? Verzichten Sie auf Kohlenhydrate! So lautet zumindest die Empfehlung vieler Low-Carb-Diäten. Galt früher das Fett als Dickmacher Nummer eins, sind es heute die Kohlenhydrate, denen die Schuld an Rettungsringen und Fettpölsterchen gegeben werden. Und so stehen sie ganz oben auf der schwarzen Liste der Low-Carb-Diäten. Aber ist ein totaler Verzicht auf Kohlenhydrate wirklich gesund? Ganz im Gegenteil. Unser Gehirn ist auf Kohlenhydrate dringend angewiesen.

Die Grundidee der Low-Carb-Diäten

Unser Körper braucht Kohlenhydrate als Energielieferanten. Bleibt der Nachschub in Form von Brot oder Nudeln aus, ist der Körper gezwungen, sich andere Energiequellen zu suchen. Die findet er in Form von Fett, das er aus den Depots holt und abbaut. Soweit die grundlegende Idee hinter den Low-Carb-Diäten. Aber kann das gesund sein? Aktuelle wissenschaftliche Studien sagen: Nein! Unser Körper braucht Kohlenhydrate, um einwandfrei zu funktionieren. Gerade für das Gehirn sind sie unverzichtbare Energiequellen. 

Dümmer ohne Kohlenhydrate

Was passiert, wenn wir Kohlenhydrate vom Speiseplan streichen? Eine Gruppe Wissenschaftler an der Tufts University in Massachusetts überprüfte bereits 2008 in einer dreiwöchigen Untersuchung unter Leitung von Holly A. Taylor die Auswirkungen einer strengen Low-Carb-Diät auf die Gehirnleistung. Die Teilnehmerinnen zwischen 22 und 55 Jahren wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen sich eine Gruppe drei Wochen lang streng kohlenhydratarm ernährte, während die andere Gruppe sich kalorienreduziert, aber ausgewogen ernährte. Während der drei Wochen wurden die Gehirnleistungen der Teilnehmerinnen fünfmal unter den Aspekten Reaktionszeit, Aufmerksamkeit, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis getestet. Das Ergebnis: Die Frauen, die keine Kohlenhydrate zu sich genommen hatten, erzielten in allen Gedächtnis-Tests schlechtere Ergebnisse als die Frauen der anderen Gruppe. Auch die Reaktionszeit der Low-Carb-Gruppe war deutlich verlangsamt. Nur in Puncto Wachsamkeit waren diese Frauen der anderen Gruppe überlegen. Was wir essen, hat also einen direkten Einfluss auf die geistigen Leistungen, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. 

Müde und gereizt

Aber nicht nur das Gehirn, auch der Körper nimmt es übel, wenn ihm die Kohlenhydrate vorenthalten werden. Durch den Mangel an Ballaststoffen kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Zusätzlich fühlt man sich schlapp und energielos, ist schlecht gelaunt und gereizt. Kohlenhydrate sind nämlich an der Produktion von Serotonin beteiligt, dem so genannten Glückshormon, das für die gute Laune zuständig ist. 
Das alles gilt allerdings nicht pauschal für alle Kohlenhydrate, sondern nur für die komplexen, langkettigen Kohlenhydrate, an denen der Körper lange arbeiten muss, um sie aufzuspalten und in Energie umzusetzen.

Gute und schlechte Kohlenhydrate

Der Schlüssel zur guten Laune und zur gesunden Ernährung ist also grob gesagt die Unterscheidung zwischen guten und schlechten Kohlenhydraten. Während Weißbrot, weiße Nudeln, Reis und Zucker leere Kohlenhydrate mitbringen, die den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen lassen, stecken in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten komplexe Kohlenhydrate, die schlau machen und sogar beim Abnehmen helfen. Sie liefern uns die dringend benötigten Ballaststoffe und halten den Blutzuckerspiegel konstant. Wer also gut gelaunt abnehmen und sich gesund ernähren will, sollte den Anteil der komplexen Kohlenhydrate erhöhen und die leeren Kohlenhydrate von seinem Speiseplan streichen. Das heißt: viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, Haferflocken und Süßkartoffeln, dafür aber kein Weißmehl, Zucker, keine Hartweizennudeln. Dazu reichlich Eiweiß zum Beispiel aus Quark, Hüttenkäse, Hülsenfrüchten, Putenbrust, Fisch und Ei. Wer diese ausgewogene Ernährung mit gesunden Ölen ergänzt, ist auf der sicheren Seite. Sie steckt voller Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien und ist damit ein echter Jungbrunnen für Körper und Hirn. Also: Her mit den guten Kohlenhydraten! 

Besonders gesund und gut fürs Gedächtnis sind zum Beispiel die komplexen Kohlenhydrate aus:
• Haferflocken
• Quinoa
• Süßkartoffeln
• Vollkornprodukten
• Kartoffeln.
 
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Autor: Elke Liermann